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Stammzellforscher Jürgen Knoblich in Päpstliche Akademie der Wissenschaften aufgenommen

Der wissenschaftliche Direktor des Wiener Instituts für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (IMBA), Jürgen Knoblich, wurde in die Päpstliche Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Das teilte der Vatikan mit. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf den molekularen Mechanismen der menschlichen Gehirnentwicklung.

 

 

Jürgen Knoblich, 1963 in Memmingen geboren, arbeitet und forscht seit 2004 am IMBA, seit 2018 ist er dessen Wissenschaftlicher Direktor. Knoblichs Forschungsarbeit hat ihren Schwerpunkt auf der Beschreibung der Mechanismen der menschlichen Gehirnentwicklung. Im Jahr 2013 kultivierte sein Labor erfolgreich das erste Modell für die frühe menschliche Gehirnentwicklung, die als "Gehirn-Organoide" bekannt wurden. Dabei stützte er sich auf die von Shin´ya Yamanka entwickelten iPS- Zellen (induzierte pluripotente Stammzellen), die aus menschlichen Körperzellen durch das Einbringen spezifischer Gene hergestellt werden können und sich so verhalten, wie embryonale Stammzellen. Dies macht es erstmals möglich, Organoide von einem bestimmten Patienten zu züchten, um den Einfluss der Gene auf Entwicklung und Krankheitsentstehung zu studieren. Knoblich arbeitet seitdem intensiv an einer Reihe von Krankheiten, wie Epilepsie, Schizophrenie, Autismus, Suchtverhalten, Gehirntumoren, u.a. Aber auch die gesunde Gehirnentwicklung wird an den Organoiden genau untersucht, um die viele offenen Fragen rund um dieses komplexeste unserer Organe zu klären. Jürgen Knoblich ist Autor von über 200 Publikationen und erhielt renommierte Auszeichnungen wie den Wittgenstein-Preis, den Erwin-Schrödinger-Preis, den FEBS-Jubiläumspreis sowie zwei Advanced Research Grants des ERC.

Über die Päpstliche Akademie

Die Päpstliche Akademie der Wissenschaften gilt als eine der renommiertesten und ältesten wissenschaftlichen Akademien der Welt. Zu ihren Mitgliedern zählten die angesehensten Namen der Wissenschaft wie Galileo Galilei, Stephen Hawking oder Ernest Rutherford. Die Zahl der Mitglieder ist auf 80 beschränkt. Die Besonderheit der Akademie liegt in ihrer Unabhängigkeit: Ihre Arbeit wird nur durch die Statuten geregelt, um „den Fortschritt der mathematischen, physikalischen und naturwissenschaftlichen Wissenschaften und ihrer zugehörigen epistemologischen Probleme zu fördern." Die Mitglieder werden ohne jede Form ethnischer oder konfessioneller Vorbehalte aus den bedeutendsten WissenschaftlerInnen und GelehrtInnen aus der ganzen Welt ausgewählt und vom Papst auf Lebenszeit ernannt.

Der Sitz der 1603 gegründeten und 1936 von Papst Pius XI wiederhergestellten Akademie befindet sich im Casino di Pio IV im Herzen der Vatikanischen Gärten. 

Über IMBA
Das IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie ist das größte Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) mit dem Fokus auf zukunftsweisende Grundlagenforschung. 16 Forschungsgruppen stellen sich den molekularen Rätseln und unerforschten Gebieten der Molekularbiologie und Medizin. Erkenntnisse aus den Bereichen Zell- und RNA- Biologie, molekularer Medizin und Stammzellbiologie bilden den Nährboden für eine Medizin der Zukunft. Die Stammzellinitiative am IMBA wird durch eine Förderung des Bundesministeriums für Wissenschaft sowie durch die Stadt Wien finanziert.www.imba.oeaw.ac.at

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