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Technologien in der Forschung

Krebsforschung: Wiener Start-Up geht völlig neue Wege in der Arzneimittelforschung

Das neue Start-Up QUANTRO Therapeutics am Vienna BioCenter setzt innovative Technologien zur Transkriptom-Profilierung ein, um neue Wirkstoffe für die Krebsbehandlung zu identifizieren und zu entwickeln. Das Unternehmen ist ein Spin-Off, das aus der langjährigen Forschungskooperation zwischen den Instituten IMP und IMBA sowie dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hervorgegangen ist. QUANTRO erhielt eine Startfinanzierung durch den Boehringer Ingelheim Venture Fund und Evotec. Ein Ausbau des Forschungsteams ist bereits geplant.

Krebs zählt zu den häufigsten Todesursachen und ist eine der komplexesten Herausforderungen für die moderne Medizin. Das neue Start-Up QUANTRO Therapeutics setzt bei der Suche nach neuen Wirkstoffen zur Krebstherapie modernste Technologien ein, mit denen Effekte von Medikamenten und Zielmolekülen auf den grundlegenden Zellprozess der Transkription exakt gemessen werden können. Durch vergleichende Analysen solcher „transkriptionellen Fingerabdrücke“ wird ein völlig neuartiges, hoch-präzises Verfahren für zellbasierte Wirkstoff-Screens etabliert. In ersten Anwendungen fokussiert sich QUANTRO auf die Entdeckung und Entwicklung chemischer Substanzen, die mit krebsassoziierten Transkriptionsfaktoren interferieren. Dabei handelt es sich um eine Klasse besonders vielversprechender Zielmoleküle, die bisher für eine medikamentöse Therapie weitgehend unzugänglich waren.

Die Masterminds hinter QUANTRO sind die Wissenschaftler Dr. Stefan Ameres vom Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (IMBA) und Dr. Johannes Zuber vom Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP), dessen Hauptsponsor das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim ist. Stefan Ameres ist der Entwickler von SLAMseq, einer Technologie, welche eine exakte zeitliche Auflösung der Genexpression in lebenden Zellen ermöglicht. Diese Technologie soll bei QUANTRO zum Einsatz kommen: "SLAMseq eröffnet neue experimentelle Wege zur Quantifizierung von Transkriptionsaktivitäten in lebenden Zellen. Damit können wir nun krankheitsverursachende Genexpressions-Programme in Krebszellen messbar machen und diese zur systematischen Identifizierung und Entwicklung von Krebsmedikamenten einsetzen“, so Ameres. 

Johannes Zuber ist ein anerkannter Experte auf dem Gebiet der funktionellen Krebsgenetik. "Transkriptionsfaktoren bestimmen und bewahren die Identität von Krebszellen und gelten seit langem als vielversprechende therapeutische Zielmoleküle. Bei QUANTRO kombinieren wir mehrere innovative Technologien in einer völlig neuartigen Pipeline zur Medikamenten-Entwicklung, um Transkriptionsfaktoren endlich für die Krebstherapie nutzbar zu machen", sagt Zuber.

Die Gründung von QUANTRO zeige, dass die Forschungskooperation zwischen IMBA und IMP nicht nur exzellente Wissenschaft hervorbringe, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung der Biotechnologie am Standort Wien beflügle, so Dipl. Kfm. Michael Krebs* und Mag. Harald Isemann, die als kaufmännische Direktoren von IMBA und IMP die Ausgründung unterstützt haben. Beide Institute sind Teil des Vienna BioCenter, dem größten Biowissenschaftscluster in Österreich mit über 1800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. 

QUANTRO konnte in seiner ersten Finanzierungsrunde zwei renommierte Investoren gewinnen: Den Boehringer Ingelheim Venture Fund und das Wirkstoffforschungs- und -entwicklungsunternehmen Evotec. Zum Geschäftsführer der QUANTRO Therapeutics GmbH wurde Dr. Dieter Nachtigall ernannt, ein Chemiker mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung und mit mehr als 10 Jahren Verantwortung in Leitenden Führungspositionen bei Boehringer Ingelheim. QUANTRO hat in den neuen Start-up-Labors der Wirtschaftsagentur Wien im kürzlich komplett renovierten Gebäude VBC6 hochmoderne Labors bezogen und wird demnächst weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Bord holen.

* Dipl. Kfm. Michael Krebs war bis 30.06.2020 kaufmännischer Geschäftsführer des IMBA.

Pressefoto

 

Über IMBA
Das IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie ist das größte Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und eines der führenden biomedizinischen Forschungsinstitute in Europa. 15 Forschungsgruppen stellen sich den molekularen Rätseln und unerforschten Gebieten der Molekularbiologie und Biomedizin, mit einem Schwerpunkt auf modernste Stammzelltechnologien, funktionelle Genomik, Zell- und RNA-Biologie. www.imba.oeaw.ac.at

Über QUANTRO Therapeutics GmbH
QUANTRO Therapeutics ("QUANTRO") ist ein forschungsbasiertes Unternehmen, das neuartige Wirkstoffe zur Modulation von krankheitsassoziierten Genregulations-Programmen in Krebs und anderen Erkrankungen identifiziert und entwickelt. Durch Nutzung hochinnovativer Technologien zur zeitaufgelösten Genmanipulation und RNA-Sequenzierung strebt QUANTRO an, eine völlig neuartige und skalierbare Pipeline für die Wirkstoffsuche und -entwicklung zu etablieren. Ein erster Fokus ist hierbei die Identifikation und Entwicklung neuer Wirkstoffe zur Interferenz mit krebsassoziierten Transkriptionsfaktoren, die als vielversprechende Zielmoleküle therapeutisch bisher nicht genutzt werden konnten. QUANTRO wurde als Spin-off des Instituts für Molekulare Biotechnologie ("IMBA") und des Forschungsinstituts für Molekulare Pathologie ("IMP"), beide mit Sitz in Wien, gegründet. Seed-Investoren sind der Boehringer Ingelheim Venture Fund und Evotec. Weitere Informationen: www.quantro-tx.com.

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