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Neuer Therapie-Ansatz gegen Adipositas?

Ein internationales ForscherInnenteam unter Beteiligung des IMBA konnte nachweisen, dass Mutationen eines bestimmten Gens mit erhöhter Fettverbrennung und Glukosetoleranz in Verbindung stehen und zu einer genetisch determinierten schlanken Linie führen.

Denn aus medizinischer und wirtschaftlicher Sicht ist krankhaftes Übergewicht ein großes Problem für unsere Gesellschaft: ein stark erhöhter Body Mass Index (BMI) ist ein Risikofaktor für sämtliche Erkrankungen des Stoffwechsels (vor allem Diabetes mellitus Typ 2), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch Krebs. Während sich bisherige Studien in erster Linie auf Gene, die mit Adipositas in Verbindung stehen konzentrierten, konnte ein Team des IMBAs Gründungsdirektor Josef Penninger ein „Dünnheitsgen“-Gen identifizieren. Das Gen namens ALK, oder Anaplastic Lymphoma Kinase steht mit gesteigerter Fettverbrennung, verbesserter Glukosetoleranz und einem sehr schlanken Äußeren in Verbindung.

Das ALK-Gen scheint eine zuvor unbekannte Schaltstelle für die Nahrungsverwertung und den Energiekreislauf im Körper zu sein. Bei den Menschen, bei denen dieses Gen gehemmt oder deaktiviert ist, führt dies offenbar zu einem verstärkten Fettabbau – und dadurch bleiben sie schlank. Wie groß der genetische Effekt dieses einzelnen Gens ist, wird nun in weiteren Studien genauer untersucht. Möglicherweise könnten diese Erkenntnisse einen völlig neuen Ansatzpunkt für Therapien gegen Adipositas in der Zukunft bieten.

Forschungsgruppenleiter

Josef Penninger

Krankheiten und die Funktion der Gene

Das Team von Josef Penninger widmet sich der gezielten Erforschung von Krankheiten, die durch Mutationen in Genen entstehen. Im Laufe der letzten Jahre gelangen den WissenschaftlerInnen einige bahnbrechende Entdeckungen: So konnten wesentliche Grundlagen für die Entstehung von Osteoporose, Brustkrebs und dessen Metastasierung aufgeklärt werden. 2018 erregte das Team wieder internationales Aufsehen, als es gelang, die weltweit ersten Blutgefäße aus menschlichen Stammzellen herzustellen. Mit diesem Modell können Diabetes und andere Gefäßerkrankungen noch gezielter erforscht und Medikamente getestet werden.

Josef Penninger studierte Medizin in Innsbruck, bevor er ans Amgen Research Institute, Toronto, Kanada ging. 2002 wurde er zum wissenschaftlichen Direktor des IMBA bestellt. Seit 2018 leitet Penninger das Life Science Institute der University of British Columbia, Vancouver, Kanada. Gleichzeitig führt er eine Forschungsgruppe am IMBA. Josef Penninger wurde mit vielen Preisen geehrt, drunter der Descartes-Preis der EU, der Wittgenstein-Preis der österreichischen Bundesregierung, der Ernst-Jung-Preis für medizinische Exzellenz, u.v.m.

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