Am Vienna Biocenter trifft junge Wissenschaft auf junge Kunst

15.03.2016

Wissenschaft und Kunst haben vieles gemeinsam - ein hohes Maß an Kreativität, Sinn für Außergewöhnliches und Idealismus. So haben sich das Angewandte Innovation Lab (AIL) der Universität für Angewandte Kunst und das Doktorandenprogramm des Vienna Biocenter (VBC) ein Projekt überlegt, in dem Wissenschaft und Kunst einander nähergebracht werden sollen.

“Wissenschaftler und Künstler sind einander sehr ähnlich: für sie ist ihre Arbeit kein ‚Job‘, sondern ein großer Teil ihres Lebens, dem sie mit Herz und Seele nachgehen“, sagt Ines Crisostomo, Koordinatorin des Vienna Biocenter Doktorandenprogramm.  “Trotzdem gibt es nicht viele Möglichkeiten für beide Bereiche zusammenzuarbeiten. Das war unsere Motivation bei dieser Initiative.”

Studenten der Universität für angewandte Kunst und Studenten des Vienna Biocenters trafen sich zu einem ersten Austausch und wagten eine erste Annäherung. Die Studenten diskutierten Ideen, lernten in einer interdisziplinären Umgebung zu kommunizieren und überlegten sich gemeinsame Projekte. „Zu sehen, wie aus einer Runde von jungen Menschen mit unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen gemeinsame Projektideen wachsen und am Ende tatsächlich eine Fusion von zwei Expertisen stattfindet, war wirklich beeindruckend. So hoffen wir, durch diesen ersten Schritt eine Brücke zwischen dem VBC und dem AIL geschaffen zu haben, an welcher kontinuierlich weiter gebaut werden wird“, sagt Alexandra Graupner, Projektkoordinatorin des AIL.

Es entstanden inspirierende Diskussionen, die die Barrieren zwischen zwei scheinbar unterschiedlichen Welten durchbrachen und neue Gedankengänge und Visionen ermöglichten. “Kreativität ist ein zentraler Bestandteil der Wissenschaft, sowie die Fähigkeit, zu visualisieren und etwas begreiflich zu machen. Diese Initiative bietet eine wunderbare Gelegenheit für die Vermischung zweier Disziplinen, die in der Tat viel von den ihnen zu Grunde liegenden Prozesse gemeinsam haben”, sagt Annika Nichols, Doktorandin im Labor von Manuel Zimmer am Forschungsinstitut für molekulare Pathologie (IMP).

Das Ergebnis der Initiative kann am 17. März 2016 am Vienna Biocenter bestaunt werden. Dann werden Hana Križanová, Studentin der Universität für angewandte Kunst, und Jorge Arturo Zepeda Martinez, Doktorand im Labor von Oliver Bell am Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, ihr Projekt “Fluxum mirum” präsentieren. Im Mittelpunkt steht dabei die Stadt, welche als ein lebendiger Organismus dargestellt werden wird. Oftmals sind wir von der Größe einer Stadt und von ihrer Komplexität überfordert. Wir Menschen, die in dieser Stadt leben, sind aber ebenso ein Bestandteil dieses Wesens. Wie nehmen wir nun solch einen Organismus wahr, dessen Teil wir sind? Die beiden Studenten entwickelten ein Projekt, das die Stadt tatsächlich als ein lebendiges, fast angreifbares Individuum darstellt, ein System aus Quadraten, die miteinander interagieren und voneinander abhängig sind.
Nach der Präsentation der wissenschaftlich-künstlerischen Projekte wird als weiteres Highlight der Film „The Fly Room“ gezeigt. Dieser erzählt von Calvin Bridges, Vater der modernen Genetik, und seiner Tochter Betsey. Er ist sowohl ein persönliches Porträt ihrer Beziehung als auch seiner Arbeit. Calvin Bridges war ein brillanter Wissenschaftler in einem der wichtigsten Laboratorien des 20. Jahrhunderts, dem Thomas Hunt Morgan's Genetik-Labor an der Columbia University. Morgan's Labor, auch genannt “The Fly Room”, leistete Pionierarbeit in der Verwendung der Fruchtfliege als Modellorganismus in den Anfängen der Genetik.

Datum: 17. März 2016,
18:00 Präsentation der Wissenschaft und Kunst-Initiative des AIL und VBC
19:00 Filmpräsentation „The Fly Room“
Vienna Biocenter IMBA/GMI Lecture Hall, Dr. Bohrgasse 3, 1030 Wien


Angewandte Innovation Laboratory
Mit der Gründung des Angewandte Innovation Laboratory (AIL) hat die Universität für angewandte Kunst Wien die Grundidee des Wiener Salons des 19. Jahrhunderts wiederaufgenommen. Dieses Kreativlabor möchte Menschen aus den verschiedensten Disziplinen die Möglichkeit zum offenen Dialog bieten. Im Austausch zwischen Kunst, Wirtschaft und den Wissenschaften sollen zukunftsträchtige Leitgedanken entstehen.
Die Räumlichkeiten des AIL stellen die ideale Plattform für verschiedenste Formen der Kommunikation dar. Angefangen von Ausstellung und Vorträgen bis hin zu kreativen Performances ist dort vieles möglich. Darüber hinaus bietet die AIL Lounge einen Bereich, der zum Verweilen einlädt. Die Vernetzung mit kreativen Köpfen in einer entspannten Umgebung gibt Raum für inspirierende Einblicke und neue Ideen.
Das AIL ist von Montag bis Freitag zwischen 11:00 und 20:00 Uhr für Gäste geöffnet. Informationen zu den aktuellen Talks, Ausstellungen und dem “Koch-Mittwoch“ sind unter: http://www.ailab.at zu finden. 

Vienna Biocenter
Das Vienna Biocenter (VBC) ist Wiens größter Life Science-Standort und ein Zentrum molekularbiologischer Spitzenforschung. Neben viel Forschungsinstituten, die sich insbesondere der Grundlagenforschung widmen, befinden sich gegenwärtig 18 Unternehmen am Standort in Neu Marx. Mehr als 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 700 Studierende machen das VBC zu einem Hotspot innovativer Zugänge in den Lebenswissenschaften. Im wissenschaftlichen Bereich sind das Gregor-Mendel-Institut (GMI), das Institut für molekulare Biotechnologie (IMBA), das Forschungsinstitut für molekulare Pathologie (IMP) und die Max F. Perutz Laboratories (MFPL), die Aushängeschilder des Vienna Biocenter. Die VBCF (Vienna Biocenter Core Facilities) bieten wissenschaftliche Infrastruktur auf höchstem Niveau an.

 

 

 

The Vienna Biocenter in the third district of Vienna has established itself as the premier location for life sciences in Central Europe and is a world-leading international bio-medical research center.

 

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