Preis der Stadt Wien an Josef Penninger und Barry Dickson

05.12.2014

Zwei prägende Wissenschaftler des Vienna Biocenter erhielten die Auszeichnungen für Medizin und Naturwissenschaften.

Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny und Josef Penninger (c) IMP-IMBA

Wien, 3. Dezember 2014. Im Wiener Rathaus wurden heute die Preise der Stadt Wien durch Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny überreicht. Unter den Ausgezeichneten sind zwei Forscher des Vienna Biocenter: Barry Dickson, ehemaliger Direktor des Forschungsinstituts für Molekulare Pathologie (IMP), und Josef Penninger, Leiter des Instituts für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Beide Forscher stehen mit ihrer international anerkannten Spitzenforschung für die Erfolgsgeschichte molekularbiologischer Grundlagenforschung am Vienna Biocenter. Sie erhielten jeweils mit dem Wittgenstein-Preis des Wissenschaftsfonds (FWF) die prestigeträchtigste Wissenschaftsauszeichnung der Republik Österreich, Barry Dickson im Jahr 2005, Josef Penninger im Jahr 2014. Beide verbindet auch, dass sie mit ihren innovativen Projektideen beim European Research Council erfolgreich waren. Im Jahr  2008  erhielten sowohl Barry Dickson als auch Josef Penninger einen ERC Advanced Grant. Im Jahr 2013 war Josef Penninger erneut beim ERC erfolgreich.

Josef Penninger wurde für seine herausragenden Leistungen im Bereich Medizin ausgezeichnet. Dazu zählt etwa die Entdeckung, dass das Eiweiß "RANKL" der Hauptregulator für Osteoporose ist und auch mit dem erhöhten Brustkrebsrisiko nach der Einnahme synthetischer Sexualhormone in Verbindung steht. Diese Erkenntnisse trugen bereits zur Entwicklung eines Medikaments gegen Osteoporose und Knochenmetastasen bei.

Im Jahr 2011 züchtete sein Team Stammzellen mit nur einem Chromosomensatz, so genannte haploide Stammzellen. Diese revolutionäre Methode besitzt eine enorme Bandbreite möglicher Anwendungen, wie etwa die Wirkung von Chemotherapeutika zu untersuchen. Ein weiterer großer Erfolg gelang dieses Jahr, als Wissenschaftler unter Penningers Leitung eine mögliche "Pille gegen Metastasen" vorstellten, mit deren Entwicklung noch heuer begonnen wird.

Barry Dickson erhielt den Preis der Stadt Wien in der Sparte Naturwissenschaften. Der gebürtige Australier kam im Jahr 1998 von der Universität Zürich als Gruppenleiter an das IMP. Von 2006 bis 2012 leitete er das Institut als wissenschaftlicher Direktor. Seit 2013 forscht er am „Janelia Farm Research Campus" des Howard Hughes Medical Institute in Virginia.

Am IMP hatte Barry Dickson neue Schwerpunkte im Bereich der Neuro- und Verhaltensbiologie gesetzt. Seinem Team gelang es unter anderem, Schlüsselgene der sexuellen Prägung bei Taufliegen zu identifizieren. Seiner Initiative ist auch der Aufbau einer weltweit einzigartigen Fliegensammlung zu verdanken, mit der man die Rolle jedes beliebigen Gens untersuchen kann. Auf diese Ressource, die mittlerweile zu den Core Facilities am Vienna Biocenter zählt, wird von Forschern aus aller Welt zugegriffen.

Die mit je 8.000 Euro dotierten Preise der Stadt Wien werden jährlich in verschiedenen Sparten vergeben. Im Bereich der Naturwissenschaften reicht die Tradition bis zum Jahr 1947 zurück, als Lise Meitner für ihr Werk geehrt wurde. Unter den Preisträgern finden sich etwa Erwin Schrödinger, Konrad Lorenz und Viktor Frankl. Der Preis für Medizin wird seit 1982 vergeben.

Die Preise verstehen sich als Würdigung für das bisherige Lebenswerk, das die Bedeutung Wiens und Österreichs als Stätten der Kunst, Wissenschaft und Volksbildung hervorhebt. Die Auszeichnungen werden vom Bürgermeister der Stadt Wien aufgrund der Vorschläge von unabhängigen Fachjurys verliehen.

The Vienna Biocenter in the third district of Vienna has established itself as the premier location for life sciences in Central Europe and is a world-leading international bio-medical research center.

 

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