In memoriam Werner Welzig

28.02.2018

Der ehemalige Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Werner Welzig, ist am 26. Februar, 82-jährig gestorben. Unser tiefstes Beileid gilt seiner Familie.

Werner Welzig (c)ÖAW/Sepp Dreissinger

Ohne Werner Welzig gäbe es IMBA nicht. Als Literaturwissenschaftler hatte er als der damalige Präsident der Akademie der Wissenschaften die Vision, dass die Akademie neue Life Sciences Institute braucht. Mit all seiner Kraft, und einer Gruppe gleichgesinnter wie etwa Peter Schuster, wurde dann IMBA und kurz darauf die andere Life Institute CEMM und GMI gegründet. Der Anfang von IMBA war schwierig, wie es Anfänge sind, da wir mehr oder weniger fast alle Strukturen aufbauen mussten. Werner Welzig hat immer schützend seine Hand über unser Institut und deren Mitarbeiter gehalten. Wegen Werner Welzig gibt es IMBA! 

Werner Welzig war wohl der wortgewaltigste Förderer der österreichischen Wissenschaft, jemand der mit Worten spielen konnte und vor dem Minister/innen in Ehrfurcht erbebten. Seine ad hoc Diskurse über Deckenfrescos und deren mythologische Bedeutungen waren legendär, mit dem Brückenbogen zu unserer Zeit. Welzig, geboren am 13. August 1935 in Wien, war seit 1968 Professor für neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Wien. Als Sprachwissenschaftler war er Spezialist für Karl Kraus, sein 1999 erschienenes "Wörterbuch der Redensarten" zu der von Karl Kraus herausgegebenen Zeitschrift "Die Fackel" gilt als ein Höhepunkt seines wissenschaftlichen Werks. Er leitete die ÖAW zwölf Jahre lang, von 1991 bis 2003.

Mit seiner Vision und Wortgewalt wurde er zum Gründer vieler renommierter Institute und prägte dadurch die Forschungspolitik des Landes nachhaltig. Auch das IMBA wurde während seiner Amtszeit gegründet. Mit unermüdlichen Einsatz hat er die Grundlagenforschung in Österreich gestärkt. Wir werden ihn vermissen und für immer in Dankbarkeit in Erinnerung halten.

Von uns ein literarisches Memento an einen großen Menschen und geistigen Vater unseres Instituts, der immer an die Macht der Worte glaubte: A few light taps upon the pane made him turn to the window. It had begun to snow again. He watched sleepily the flakes, silver and dark, falling obliquely against the lamplight. The time had come for him to set out on his journey westward. Yes, the newspapers were right: snow was general all over Ireland. It was falling on every part of the dark central plain, on the treeless hills, falling softly upon the Bog of Allen and, farther westward, softly falling into the dark mutinous Shannon waves. It was falling, too, upon every part of the lonely churchyard on the hill where Michael Furey lay buried. It lay thickly drifted on the crooked crosses and headstones, on the spears of the little gate, on the barren thorns. His soul swooned slowly as he heard the snow falling faintly through the universe and faintly falling, like the descent of their last end, upon all the living and the dead.” (The dead, James Joyce”).

The Vienna Biocenter in the third district of Vienna has established itself as the premier location for life sciences in Central Europe and is a world-leading international bio-medical research center.

 

visit the Website