"Fische und Mäuse machen es uns vor..."

Lange Zeit ging die Wissenschaft davon aus, dass das menschliche Herz keinerlei Regenerati­onsfähigkeit besitzt. Allerdings zeigte eine veröffentlichte Studie, dass es sehr wohl zu einer jährlichen Neubildung der Herzmuskelzellen im Körper kommt. Allerdings ist diese Neubildung so minimal, – sie beträgt 0,45 bis maximal 1% pro Jahr –, dass eine Herzinfarktnarbe dadurch nicht geheilt werden kann. Interessant ist jedoch, dass Fische und andere Amphibien eine teilweise lebenslange ausgezeichnete Regenerationsfähigkeit des Herzmuskels haben. Auch neugeborene Mäuse in der ersten Lebenswoche zeigen eine Erholungsfähigkeit des Herzens, die jedoch nach sieben Tagen verloren geht.

Wenn es gelingt, den Prozentsatz der Regeneration des menschlichen Herzmuskels zu stei­gern, könnten in Zukunft irreversibel geschädigte Herzmuskelzellen durch Herzmuskelzell­neubildung ersetzt werden. Dazu möchte diese Forschungsarbeit beitragen. 

 

Vollständige Regenerationsfähigkeit im Blick

Basierend auf seiner jahrelangen Erfahrung in der experimentellen Herzinfarktforschung ist es Bernhard Haubner gelungen, die Voraussetzungen, Möglichkeiten und Bedingungen für die vollständige Regenerationsfähigkeit des Herzens im Tiermodell genauestens zu beobachten und ein völlig neues „Herzregenrationsmodell“ zu etablieren, das nun zum detaillierten Studium zur Verfügung steht.

Eine wesentliche Rolle in der Forschung spielen hochkarätige internationale Forschungskooperationen. Wissenschaftlicher Fortschritt ist eng mit technologischer Entwicklung verknüpft und um die aktuell besten Methoden, z.B. „Next Generation Sequencing“, zu nützen, bedarf es Kontakte zu den internationalen Pionieren in den unterschiedlichsten Forschungsbereichen. Aus diesem Grund wurde unsere wegbereitende Publikation in enger Zusammenarbeit mit dem Londoner Epigeneticslabor von Tim Aitman durchgeführt. Gemeinsam ist es uns gelungen mit Hilfe unseres neuen Forschungsmodelles und hochentwickelter DNA-Sequnzierungsmethoden eine kondensierte Anzahl an vielversprechenden Genen für die Herzregeneration zu erarbeiten.  Diese bisher erzielten Erkenntnisse zur Regenerationsfähigkeit des Herzens bei Mäusen sowie das gesammelte Datenmaterial sollen fortführend ausgewertet werden und auf genetischer und biochemischer Ebene bestätigt werden. Das biologische Verständnis dieses Regenerationsvorgangs bildet den wesentlichen Baustein, um neue Ansätze in der humanmedizinischen Behandlung von Herzschwäche und optimierten Therapien nach akutem Herzversagen zu etablieren. Dieses Wissen bietet die Grundlage, völlig neue Medikamente entwickeln zu können.

Dr. Bernhard Haubner im Portrait

The Vienna Biocenter in the third district of Vienna has established itself as the premier location for life sciences in Central Europe and is a world-leading international bio-medical research center.

 

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